Prime Computer ist seit 2021 ein komplett klimaneutrales Unternehmen. Wir zeigen in diesem Blogpost wie wir das geschafft haben und hoffen, dass viele Unternehmen diese Anleitung für den Weg zur eigenen Klimaneutralität nutzen.

 

Was bedeutet Klimaneutralität?

Ganz einfach erklärt: Alle Tätigkeiten oder Produkte haben keine positive oder negative Auswirkung auf die CO2-Bilanz in der Atmosphäre. Die Gesamtmenge an klimaschädlichen Treibhausgasen verändert sich also bilanziell nicht. Hört sich eigentlich einfach an.

Die Basis und Grundidee der Klimaneutralität ist im Kyoto-Protokoll festgehalten. So ist darin definiert, dass zur Erreichung der Klimaneutralität das CO2 erst gemessen wird, dann reduziert und schliesslich die unvermeidbaren Emissionen ausgeglichen werden. Die erzeugten Treibhausgas-Emissionen können durch zweierlei Mechanismen ausgeglichen werden: Über das CO2-Handelssystem auf staatlicher Ebene und über Klimaschutzmassnahmen an anderer Stelle, also am Ort der Produktion. Durch diesen Prozess kann das Produkt, das Unternehmen, die Dienstleistung klimaneutral gestellt werden.

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Warum ist Klimaneutralität wichtig?

Zu einer Klimastrategie eines Unternehmens gehört in erster Linie die Reduktion der Treibhausgasemissionen. Nur dadurch kann das Netto-Null-Ziel des Pariser Abkommens bis 2050 erreicht werden und die Klimaerwärmung stabilisiert werden. Ein wichtiger Schritt in der Klimastrategie ist daher die Berechnung der Treibhausgasemissionen, die ein Unternehmen durch ihre Dienstleistungen und Produkte ausstosst.

 

Wo beginnt man mit der Emissionsberechnung?

Um mit einer Reduktion beginnen zu können, muss man wissen wo die grössten Hebel sind. Denn nur was gemessen wird, kann auch reduziert werden. Die Messung des unternehmenseigenen CO2e Fussabdrucks ist ein möglicher Anfang. Der CO2e Fussabdruck misst die gesamten Treibhausgase, die direkt oder indirekt durch das Unternehmen und deren Produkte erzeugt werden. Dabei werden alle sieben Treibhausgase gemäss Kyoto Protokoll berücksichtigt (Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O), Fluorkohlenwasserstoffe (HFCs), Perfluorkohlenwasserstoffe (PFCs), Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3)). Die Treibhausgase werden umgerechnet und als CO2-Äquivalent angegeben.

Um den unternehmenseigenen Fussabdruck zu messen, orientierten wir uns an den Standards des GHG Protokoll. Dieser enthält Anforderungen und Richtlinien zur Erstellung einer Treibhausgasbilanz.

Der CO2e Fussabdruck des Unternehmens umfasst dabei alle Aktivitäten, die im GHG Protokoll unter Scope 1 und Scope 2 fallen. Dabei wird genau definiert, welche Emissionsquellen berücksichtigt werden. Scope 1 – Direkte Luftemissionen aus Tätigkeiten innerhalb des Unternehmens z. B. Emissionen aus Brennöfen im Unternehmen oder der Firmenfahrzeugflotte. Scope 2 – Dies sind Emissionen basierend auf Energie, die gekauft wurde, um das Unternehmen direkt zu betreiben. Ein Beispiel ist der Stromverbrauch.

Die Berechnung und die Akkreditierung sollte durch eine unabhängige Drittpartei erfolgen. Dabei kann auch der Ausgleich durch zertifizierte Klimaschutzprojekte sichergestellt werden. Nun kann sich das Unternehmen selbst schon als klimaneutral bezeichnen. Um wirklich klimaneutral zu werden, muss man aber, wie Prime Cmputer, noch einen Schritt weitergehen.

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Die Emissionen der Produkte

Die grössten Emissionsquellen eines Industrieherstellers liegen meist in der Wertschöpfungskette eines Produktes. Auch hier orientiert man sich am besten an einem Standard, um einen Leitfaden verfolgen zu können. Dabei wird zuerst festgelegt, welches Ziel mit der Analyse verfolgt wird und wie gross der Untersuchungsrahmen ist. Es muss klar ersichtlich sein, welche Emissionen berechnet werden und wo die Abgrenzung liegt. Der Fussabdruck eines Produktes zeigt die totale Summe der Treibhausgase (CO2e), emittiert in einem Lebenszyklus des Produktes, inklusive Produktion, Distribution und Nutzung. Es beinhaltet auch die Entsorgung inklusive Recycling des Produktes. In der zweiten Phase werden die Produktionsabläufe der einzelnen Produkte dargestellt. Je nach Komplexität der Prozessabläufe können verschiedene Tools für die Analyse der Footprints genutzt werden.

Durch den Einkauf von Rohstoffen oder Halbfabrikaten ist die Zusammenarbeit mit Lieferanten in der Prozessanlayse und Berechnung unumgänglich. Zusammen können die Produktionsabläufe dargestellt und die CO2e Emissionen berechnet werden. Wo keine Informationen zugänglich sind, kann mit Erfahrungswerten oder Studien gearbeitet werden.

Bei der Kalkulation des Treibhausgasausstosses werden die Treibhausgase einheitlich in CO2e umgerechnet.

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Die Kalkulation verifizieren

Der kalkulierte Fussabdruck sollte durch eine unabhängige Partei verifiziert werden. Diese kann auch im Falle von Unklarheiten mit Erfahrungsdaten helfen.

Scope 3 Berechnung

Der Grossteil der Scope 3 Emissionen liegt meist im Fussabdruck der Produkte. Dennoch gehören noch weitere indirekte Emissionen in Scope 3. Dazu gehören beispielsweise die Geschäftsreisen, Pendler, Abfallentsorgung usw.

Reduktion vor Kompensation

Die Klimaneutralität stellt grundsätzlich den letzten Schritt in einer Reihe von Klimaschutzmassnahmen dar. Wo immer möglich, sollten die Treibhausgas-Emissionen bereits im Ansatz vermieden bzw. reduziert werden. Dieser Prozess ist für jedes Unternehmen individuell und muss genau analysiert werden. Mit unseren Produkten haben wir ein Design entwickelt, dass sie eine sehr hohe Energieeffizienz aufweisen. Beim Gehäuse verwenden wir recyceltes Aluminium und durch das kompakte Design und Verpackung entstehen weniger Emissionen beim Transport. Die Produkte sind langlebig, ausfallsicher und einfach zu reparieren.

Die nicht vermeidbaren Emissionen werden durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Es ist wichtig, dass es sich um zertifizierte Projekte nach bspw. Verified Carbon Standard (VCS) oder the Climate, Community and Biodiversity Standard (CCBS) handelt. Wir haben in Zusammenarbeit mit unserem Partner Go.Blue.Now uns für dieses Projekt entschieden.

So wird das unser Unternehmen komplett (Scope 1 – 3) klimaneutral. Wir freuen uns, diesen wichtigen Schritt erreich zu haben und setzen weiterhin auf eine Reduktion unserer Emissionen und einen Weg in die Kreislaufwirtschaft.

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